Einer unserer Gärtner, Matthias Schlett, hat sich mit Mühe und Geduld durch die alten Dokumente gewühlt und zusammengefasst, wie sich unser Verein entwickelt hat. Vielen Dank auch für die Bereitstellung des Videos.
1921
Erstmals wird unser Verein urkundlich erwähnt. Die Gründung erfolgte als „Schrebergartenverein Hohnstein“ am 23. Juni 1921 mit einer Mitgliederzahl von 30. Noch gibt es aber kein Gelände um loszulegen. Zwei Jahre soll es noch dauern, eh sich eine geeignete Möglichkeit findet.
1923

Die Pacht der gesamten Anlage beginnt am 1. Oktober 1923. Das Gelände umfaßt 13.000 Quadratmeter, aufgeteilt auf 41 Gärten. Zuvor war auf der Fläche Rotklee angebaut.
Der Verpächter ist das Rittergut Wittig in persona von Erlma Wittig, der Pachtvertrag läuft aber über den „Herrn Rittergutsbesitzer Wittig“.
Pachtzins war damals 0,75 Pfennig pro Quadratmeter.
Die Dauer des Pachtvertrages betrug 10 Jahre (also bis 1933) und wurde dann um weitere 10 Jahre bis 1943 verlängert.
1924
Die Vereinsmitglieder richten sich in ihren Gärten ein und die ersten Beete werden bestellt.
1933
Als klar war, dass der Pachtvertrag wenigstens weitere 10 Jahre verlängert wird, beginnen die Mitglieder, das Vereinshaus zu bauen. Zunächst in einer ersten Variante als Holzbaracke.
Aber immerhin hatte auch das erste Haus schon einen Ofen und war beheizbar.


1935

Die Wasserversorgung der Gartenanlage wird gesichert. Damals noch mit einem hydraulischen Widder, um die Höhendifferenz mit Wasserkraft zu überbrücken.
Die Anlage stand an der Schandauer Straße, wo die Verbindungsstraße nach Sebnitz einmündet und hat den dort vorhandenen Wassergraben genutzt.
So konnten die 20 Meter Höhendifferenz bis zur Gartenanlage überwunden werden und ein zentrales Wasserreservoir gefüllt werden.
Die Einbindung in das Trinkwassernetz erfolgte dann viel später.
1945
Nach dem zweiten Weltkrieg wird der Großgrundbesitzer Wittig enteignet und die einzelnen Parzellen werden den Mitgliedern des Vereins als Bodenreformland überschrieben.
1960
Wie der nebenstehende Jahresbericht für 1959 zeigt, haben die Kleingärtner eine erhebliche Menge von Produkten auch aus Tierhaltung an den VEAB (Volkseigener Erfassungs- und Ankaufbetrieb) geliefert.
Heutzutage mag man sich gar nicht vorstellen, wie die Anlage mit all den Schweinen, Hühner- und Karnickelställen aussah.
Die Mengen sind auf jeden Fall beeindruckend. Bei einer Legeleistung von etwa 200 Eiern pro Jahr und Henne, muss es in der Anlage also etwa 250 Hühner gegeben haben. Und über 500 Kaninchenfelle sprechen auch für sich…

1963

Das Vereinshaus wird erweitert. Noch stand der Hauptbereich in Holzbauweise, aber ein Anbau mit Küchentrakt wurde in Eigenleistung von den Vereinsmitgliedern massiv gebaut.
Das war der Auftakt zur Rekonstruktion des gesamten Vereinshauses, dass sich heute komplett in Massivbauweise präsentiert.
1990
Am 27. Juni 1990 gründet sich der Verin als Kleingartenverein „Am Sachsenberg“ e.V. neu.
Es folgt die Eintragungs ins Vereinsregister und die Register-Urkunde wird ausgestellt. Noch mit dem Wappen der DDR…
Mit diesem Schritt ist der Verein rechtskräftig auch nach neuem bundesdeutschen Recht und kann seine Aktivitäten wie bisher fortführen.

2019
Zum Historischen Festumzug in Hohnstein anläßlich des 575. Geburtstages der Stadt sind wir natürlich auch mit von der Partie!

2021
Den Gartenverein „Am Sachsenberg“ gibt es nun in unterschiedlicher Form seit 100 Jahren. Das wollten wir natürlich gebührend feiern.
Aber die Pandemie hat uns einen gründlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Keine Feste, keine Feierlichkeiten, keine Aktionen, nichtmal eine Mitgliederversammlung war möglich.

